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Wie fühlt es sich an, sein Heimatland verlassen zu müssen, sich auf eine gefährliche und lange Reise zu begeben, dessen Ausgang ungewiss ist? Alles, was man liebt, zurückzulassen, um sich in der Fremde ein neues Leben aufzubauen, alleine und auf sich gestellt? Von diesen traumatischen Erfahrungen berichtet der junge Syrer Ahmad (Name auf Wusch geändert) eindringlich und authentisch in dem folgenden Gespräch. Gleichzeitig erzählt er aber auch von dem Zauber, den ein solcher Neuanfang in sich hat, vom Ankommen, vom Finden neuer Freunde, und von der Angst, die hier langsam besser wird. Denn Ahmad hat es geschafft, sich zu integrieren, versteht sich mittlerweile als Teil der deutschen Gesellschaft. Dafür ist er dankbar.

Vor ungefähr einem Jahr begegneten der junge Afghane Farid (Name auf Wunsch geändert) und ich uns zum ersten Mal. Ich recherchierte in einer Flüchtlingsunterkunft und war mit Farids älteren Bruder zum Interview verabredet. Farid saß auf der Fensterbank, die Beine angewinkelt, vor sich ein Notizbuch, ganz vertieft in das Schreiben. Ich fragte ihn, was er da schreibt, er schaute kurz zu mir auf, der Blick wach und offen, antwortete dann: „Ich schreibe Briefe an Ava“.  Später, bei einer Tasse Tee, erzählte mir Farids Bruder, dass Ava die große Liebe seines Bruders ist, die er nach seiner Flucht 2015 in Kabul zurücklassen musste. Und er betonte auch, dass Farid voller Talente stecke, was das Schreiben anginge. In einem Gemeinschaftsprojekt hat Farids Bruder einige der Briefe Farids vom Persischen (Dari) ins Deutsche übersetzt, anschließenden habe ich den Texten den literarischen Feinschliff gegeben. Einen dieser Briefe lesen Sie hier.

Wer wollte, dass ihre Stimme für immer verstummt? Der Mord an Anna Politkowskaja ist bis heute nicht endgültig geklärt, wirft Rätsel auf, lässt Fragen offen. Fest steht: Die passionierte Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und kritische Autorin mehrerer Bücher war vor allem eins – Putin und Kreml Gegnerin. Immer wieder prangerte sie die Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenienkrieg an – bis sie schließlich heute vor 12 Jahren, am 7. Oktober 2006, in ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen wurde.

Benjamin Jürgens ist leidenschaftlicher und herzlicher Gastgeber, die Gastronomie liegt ihm im Blut, hinter der Bar und im Service fühlt er sich am wohlsten. 2015 gründete er die Hamburger Refugee Canteen um sein gastronomisches Wissen an Geflüchtete weiterzugeben. In dem folgenden Gespräch erklärt Benjamin, welches Konzept er mit seinem Projekt verfolgt, warum Essen für ihn auch Integration ist und wie er selber überhaupt den Einstieg in die Gastronomie gefunden hat.

Für mich als Bloggerin ist es selbstverständlich, meine Meinung frei zu äußern, mich mittzuteilen, kritisch zu bleiben und die Dinge (auch) öffentlich zu hinterfragen. Und ich muss dafür keine Konsequenzen fürchten. Denn: Ich lebe in Deutschland, in einem Land, in dem die Presse- und Meinungsfreiheit im Grundgesetz garantiert wird. In vielen Staaten gibt es sie nicht, vor allen in Diktaturen und Autokratien nicht, hier ist die Medienlandschaft durch Zensur geprägt, kritische Stimmen werden inhaftiert oder verschwinden spurlos. Doch was genau verstehen wir überhaupt unter Pressefreiheit? Warum ist diese so überaus wichtig? Und in welchen Ländern ist die Situation derzeit am besorgniserregendsten? Diese und weitere Fragen beantwortet die folgende Analyse.

Natalie Niedoba studierte Religion und Kulturwissenschaften zunächst in Jena, jetzt macht sie ihren Master an der Universität Hamburg. Ich traf die 27-jährige in den Räumlichkeiten des leetHub St. Pauli e.V. bei einer Tasse Kaffee zu einem Gespräch über ihre Leidenschaft für das Reisen, über ihre Faszination für fremde Kulturen und darüber, was genau die NGO Start with a Friend macht, für die sie seit kurzem arbeitet.

Die Iranerin Milen (Name auf Wunsch geändert) kam vor drei Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Trotz der nervenaufreibenden Flucht, dem Zurücklassen ihrer großen Liebe im Gefängnis und dem starken Heimweh nach ihrer Geburtsstadt Teheran, gelingt es der klugen und sensiblen Frau, sich nach und nach in die deutsche Gesellschaft zu intergieren. In dem folgenden Beitrag erzählt sie von ihren Ängsten und Befürchtungen, aber auch von ihren Zukunftsplänen und Träumen.

Vergangene Woche, am Donnerstag, den 3.Mai, war der jährliche Welttag der Pressefreiheit. Dieser besondere Tag soll an die Verletzung von Informations- und Freiheitsrechten in vielen Staaten auf unserer Welt erinnern. Außerdem wird an ihm der Guillermo – Cano – Peis durch die UNESCO verliehen, der dieses Jahr an den inhaftierten Fotojournalisten Mahmoud Abu Seid aus Ägypten geht. Der Guillermo-Cano-Preis wird seit 1997 vergeben. Er ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza benannt, der 1986 in Bogota ermordet wurde. Lesen Sie in dem folgenden Text, wie die aktuelle Lage für Journalisten in Ägypten ist, was Mahmoud Abu Seid zu befürchten hat und warum sein Schicksal kein Einzelfall ist.